Relevanz von Change-Management im Rahmen der Digitalisierung

Change-Management

Unter Change-Management wird die laufende Anpassung von Unternehmensstrategien und –strukturen an veränderte Rahmenbedingungen verstanden. 

Veränderungen durch neue Technologien

Neue Technologien bieten stetig neue Chancen und gleichzeitig aber auch Risiken. Werden die Technologien frühzeitig erkannt und korrekt adaptiert, können sie wertbringend im Unternehmen eingesetzt werden und radikale Veränderungen mit sich bringen. Je nach Technologie tauchen die Veränderung dabei in den unterschiedlichsten Dimensionen auf: Während beispielsweise der 3D-Druck die Industrie und Produktion revolutioniert, führen moderne Online-Sitzungs-Applikationen zu einer veränderten Erwartungshaltung der Mitarbeitenden, da die Möglichkeit der ortsunabhängigen Arbeitsweise geschaffen und gefordert wird.

Der Faktor "Mensch"

Damit das Potenzial der neuen Technologien genutzt werden kann, muss dieses vorgängig erkannt und adaptiert werden. Anschliessend muss die Technologie implementiert und nachhaltig eingeführt werden. Bei der Einführung setzten viele Organisationen bis dato typischerweise auf eine projekthafte Einführung, mit dem Ziel, im Anschluss unmittelbar in den Betrieb überzugehen. Immer wieder stossen diese Vorhaben aber auf interne Widerstände, die nicht selten von Mitarbeitenden aus den eigenen Reihen stammen. Oftmals fokussieren sich diese Projekte ausschliesslich auf die Transformation der Infrastruktur und Prozesse («harte Faktoren») und vernachlässigen aber den Faktor Mensch und damit die «weichen Faktoren». Genau hier setzt Change-Management an. Seine Aufgabe ist es, den Implikationen auf die weichen Faktoren Rechnung zu tragen und eine technologische Neuerung so zu implementieren, dass sie nachhaltig von den Mitarbeitenden im Unternehmen gelebt und gestützt wird.

Während die harten Faktoren rational geplant, umgesetzt und gemessen werden können, braucht es bei den weichen Faktoren andere Methoden, da die Komplexität bei Änderungen die den Menschen betreffen deutlich höher ist. Menschen können sich ändern, aber sie lassen sich nicht gerne verändern. Daher ist es elementar, dass sie in den Veränderungsprozess eingebunden werden und diesen aktiv mitgestalten bzw. mittragen können.

8 Stufen zum Change-Management

Eine Methode Change-Management erfolgreich umzusetzen ist das 8-Stufen Modell von J.P. Kotter (1998). Das Modell besteht aus den nachfolgenden 8 Stufen:

  1. Die Notwendigkeit für die Veränderungen darlegen: Erklären Sie den Sinn und die Ernsthaftigkeit 

  2. Verbündete Mitstreitende suchen: Bauen Sie sich Ihre Lobby auf, der Sie voll vertrauen können. Keine Veränderung ist von einer Person allein zu bewältigen. 

  3. Eine klare Vision und Ziele formulieren: Die Vision hilft, Widerstände zu brechen und die Richtung der Veränderung aufzuzeigen.

  4. Kommunizieren der Veränderungsvision: Gesagt ist nicht gehört; gehört ist nicht verstanden; verstanden ist nicht einverstanden; einverstanden heisst noch nicht „ich tue“ 

  5. Empowerment Ihrer Mitarbeiter: Bauen Sie demotivierende Rahmenbedingungen ab und geben Sie den Mitarbeitenden Freiheiten und Verantwortungen. Fordern Sie aktive „Beiträge“.

  6. Einforderung kurzfristiger Erfolge: Damit lassen sich skeptische Mitarbeitende von dem richtigen Kurs der Veränderung überzeugen.
     
  7. Konsolidieren und weitertreiben: Kommunizieren Sie Teilerfolge und beharren Sie auf das Vorankommen. Stillstand ist Rückfall. 

  8. Verankern der neuen Ansätze: Verankern Sie Ihre Veränderung in der Unternehmenskultur. 

Change-Management als Erfolgsfaktor

Bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen ist Change-Management ein zentraler Erfolgsfaktor. Personen, die in einem Prozess arbeiten, welcher digitalisiert wird, sind oftmals verunsichert und spüren diffuse Ängste. Diese rühren daher, dass sie sich nicht sicher sind, ob ihre Arbeitskraft zukünftig noch relevant ist oder ob sie «wegrationalisiert» wird. Daher ist wichtig, den Personen aufzuzeigen, dass die digitalen Abläufe zu mehr Effizienz und einer höheren Prozesstreue führen. Die Mitarbeitenden werden damit aber nicht obsolet. Ganz im Gegenteil: Die neuen Prozesse ermöglichen es, dass sich die Mitarbeitenden auf Arbeitsschritte konzentrieren können, die mehr menschliche Intuition erfordern und somit spannender sind und mehr Kreativität erfordern. MINT setzt bei Projekten immer auf ein konsequentes Change-Management, denn auch in einer Digitalen Welt sind die Mitarbeitenden nach wie vor das Wertvollste, was ein Unternehmen besitzt.

Quelle: John P. Kotter: Chaos, Wandel, Führung. (Leading Change). Econ-Verlag, 1998, ISBN 3-430-15663-7.

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